Barrierefreie Mobilität
Um Fahrgästen mit Mobilitätseinschränkungen ein möglichst stressfreies und angenehmes Reisen zu ermöglichen, arbeitet der ÖBB-Konzern konsequent am Abbau von Barrieren und Hindernissen.
Als Grundlage dient der Etappenplan Verkehr gemäß § 19 Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz, der von Experten des ÖBB-Konzerns nach Gesprächen mit Vertretern der Behindertenorganisationen erstellt wurde und die Ziele bis 2015 definiert.
Die Resultate jedes Arbeitsabschnitts werden gemeinsam mit Vertretern der mobilitätseingeschränkten Menschen evaluiert, um bei Bedarf Korrekturen vorzunehmen.
Als zentrales Element sollen bis spätestens 2015 alle Bahnhöfe ab einer täglichen Frequenz von 2.000 Fahrgästen sowie der jeweils wichtigste Bahnhof der Bezirkshauptstädte barrierefrei gestaltet werden, z.B. durch Blindenleitsysteme, Ausrüstung mit Liften und Hebelifte.
Bedarfsgerechtes Informations- und Dienstleistungsangebot
Das Informationsangebot und die Dienstleitungen der ÖBB sollen verstärkt auf die Bedürfnisse von Blinden und Menschen mit Sehbehinderung abgestimmt werden.
Dazu wird bis 2010 die Website der ÖBB (www.oebb.at) auf den anerkannten Standard WAI-AA (Web Accessibility Initiative) umgestellt.
Schon jetzt ist die Schriftgröße vergrößerbar.
Mit dem vorliegenden Bericht erscheint erstmals auch eine Kurzfassung des Geschäftsberichts in Braille-Schrift, zusätzlich kann unter www.oebb.at eine Audio-Version dieser Kurzfassung abgerufen werden.
Zur bestmöglichen Unterstützung von Fahrgästen mit Einschränkungen stehen speziell geschulte MitarbeiterInnen zur Verfügung, und informieren über die Ausstattung von Zügen und Bahnhöfen.
Mobilitätseingeschränkte Personen haben die Möglichkeit, Ein-, Um- und Ausstiegshilfen für Zugreisen anzufordern.
Um diesen Service in Anspruch zu nehmen, können sich Fahrgäste an das Call Center unter der Nummer 05/1717 wenden oder unter www.oebb.at ein Online-Formular ausfüllen.
Auch im Rahmen der Stammkundenkarte VORTEILScard gehen die ÖBB auf die Bedürfnisse von mobilitätseingeschränkten Kunden ein.
Je eine Begleitperson kann bei sehschwachen oder blinden Fahrgästen mit entsprechender Vorteilskarte kostenlos mitreisen.
Fahrgäste im Rollstuhl mit maximal zwei Begleitpersonen können mit einer Fahrkarte für die 2. Klasse ohne Aufpreis die 1. Klasse nützen, wenn sich dort der Stellplatz für den Rollstuhl befindet.
Investitionen in den barrierefreien Personenverkehr
Neben diesen organisatorischen Maßnahmen investiert der ÖBB-Konzern massiv in den Abbau von Barrieren in den Waggons und Bussen.
Bis zum Jahr 2009 werden beispielsweise für die Aus- bzw. Umrüstung von insgesamt 67 Doppelstock-Steuerwagen mit barrierefreien Toilettenanlagen und einer fahrzeuggebundenen Einstiegshilfe rund 11 Mio. EUR verwendet.
Zwölf Fernverkehrsreisezugwagen werden im Rahmen eines Upgrading-Projekts um rund 3 Mio. EUR zu Multifunktionswagen aufgerüstet.
In die Adaptierung von 188 Wagen der Talent-Serie werden weitere 3 Mio. EUR investiert.
Mit der Beschaffung der neuen railjet-Garnituren werden die ÖBB 2008 einen Meilenstein in Richtung Barrierefreiheit setzen, denn damit werden erstmals fahrzeuggebundene Hebelifte zur Verfügung stehen.
Bei der ÖBB-Postbus GmbH wird bei der Beschaffung neuer Busse bereits seit mehreren Jahren explizit auf die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Fahrgäste Rücksicht genommen.
Alle neu angeschafften Niederflurfahrzeuge verfügen über eine Klapprampe, neue Überlandbusse über Sondernutzflächen für Rollstühle.
Mit diesen sukzessiven Verbesserungen wird ein Grad an Barrierefreiheit von 74% bis zum Jahr 2015 angestrebt.