Der ÖBB-Konzern im Überblick
Als strategische Leitgesellschaft des ÖBB-Konzerns dient die ÖBB-Holding AG.
Sie hält alle Anteile an den vier Tochtergesellschaften ÖBB-Personenverkehr AG, Rail Cargo Austria AG, ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG und ÖBB-Infrastruktur Bau AG, die sich wiederum in Teilkonzerne formieren.
Die Grundlage dieser Organisationsstruktur bildet das Bundesbahnstrukturgesetz aus dem Jahr 2003.
Der ÖBB-Konzern ist der größte und umweltfreundlichste Mobilitätsanbieter Österreichs.
Neben der Beförderung von Fahrgästen und Gütern ist er für die Bereitstellung, den Betrieb und die Instandhaltung der Bahninfrastruktur verantwortlich.
Mit rund 43.000 MitarbeiterInnen, Gesamterträgen von rund 5,5 Mrd. EUR und einem Investitionsvolumen von rund 2,5 Mrd. EUR im Jahr 2007 zählt der ÖBB-Konzern zu den größten Unternehmen und Arbeitgebern des Landes und liefert wichtige Impulse für die österreichische Wirtschaft.
Die Teilkonzerne ÖBB-Personenverkehr und Rail Cargo Austria sind für den Transport von Personen bzw. Gütern verantwortlich und erbringen gemeinwirtschaftliche Leistungen im Auftrag von Bund, Ländern und Gemeinden.
Ihre gemeinsamen Tochtergesellschaften ÖBB-Traktion GmbH und ÖBB-Technische Services GmbH sind für die Abwicklung von Zugeinsätzen bzw. für die Bahnwerkstätten zuständig.
Die ÖBB-Postbus GmbH, ein Tochterunternehmen der ÖBB-Personenverkehr AG, ist Marktführer im öffentlichen Regionalverkehr Österreichs und geringfügig auch in angrenzenden Regionen tätig.
Der Teilkonzern ÖBB-Infrastruktur Betrieb gewährleistet die bedarfsgerechte und sichere Nutzung der Schieneninfrastruktur und stellt diese diskriminierungsfrei bereit.
Der Teilkonzern ÖBB-Infrastruktur Bau errichtet in Abstimmung mit dem Eigentümer der ÖBB-Holding AG, der Republik Österreich, die Schieneninfrastruktur und ist Eigentümer aller Anlagen.
Das Management, die Entwicklung und Verwertung von Immobilien des ÖBB-Konzerns wird durch die ÖBB-Immobilienmanagement GmbH, einer Tochtergesellschaft der ÖBB-Infrastruktur Bau AG, wahrgenommen.
Die ÖBB-Dienstleistungs GmbH, eine 100%-Tochter der ÖBB-Holding AG, unterstützt den gesamten ÖBB-Konzern in allen Querschnittsfunktionen - vom Personalwesen über Informationstechnologien bis hin zum zentralen Einkauf.
Aufgaben und Verantwortung der ÖBB-Holding AG
Eine zentrale Aufgabe der ÖBB-Holding AG besteht in der Entwicklung des ÖBB-Konzerns zu einem modernen und effizienten Unternehmen, das im Wettbewerb und liberalisierten Umfeld erfolgreich bestehen kann.
Der Tätigkeitsbereich der ÖBB-Holding AG wird durch den § 4 des Bundesbahnstrukturgesetzes wie folgt vorgegeben:
- Ausübung der Anteilsrechte an den Österreichischen Bundesbahnen
- Umstrukturierung der Österreichischen Bundesbahnen
- Wahrnehmung ihrer Anteilsrechte an den umstrukturierten Gesellschaften und sonstigen Gesellschaften mit der Zielsetzung einer einheitlichen strategischen Ausrichtung
Bereits im Jahr 2006 wurden Konzern- und Gesellschaftsprojekte gestartet, um interne Synergien besser auszuschöpfen und die Prozessorientierung des Konzerns und seiner Unternehmenseinheiten voranzutreiben.
Im Mittelpunkt aller Initiativen stehen die Bedürfnisse der Kunden. Sie sollen von einer höheren Qualität, schnelleren Abläufen und einer stärkeren Flexibilität profitieren.
Die Strategie des ÖBB-Konzerns
Die ÖBB-Holding AG wurde im Jahr 2004 gegründet.
Nachdem in den Vorjahren die grundlegenden strategischen Weichen gestellt wurden, erfolgt im Berichtsjahr ein intensiver Abstimmungsprozess zur Entwicklung einer einheitlichen und mehrjährigen Konzernstrategie.
Den Ausgangspunkt bilden die Mission sowie die Vision und das Leitbild, die unter breiter Einbindung der MitarbeiterInnen entwickelt wurden.
Im Rahmen eines breit angelegten Strategieprozesses soll ausgehend von den Zielsetzungen der vier Teilkonzerne eine Konzernstrategie definiert werden, die das Ziel verfolgt, die ÖBB zu einer europäischen TOPBahn zu entwickeln.
Dazu wurden und werden eine Vielzahl von Projekten und Maßnahmen ergriffen, deren Zielsetzungen unter den drei Schwerpunkten Internationalisierung, Qualitäts- und Kundenorientierung sowie Kosten- und Kapazitätsmanagement zusammengefasst werden können.
Internationalisierung
Mit 1.1.2010 erfolgt die Liberalisierung des grenzüberschreitenden Personenverkehrs auf Straße und Schiene innerhalb der EU.
Der ÖBB-Konzern misst insbesondere der raschen und kosteneffizienten Interoperabilität der Bahnsysteme zur Überwindung der technischen Unterschiede große Bedeutung bei.
Um sich im grenzüberschreitenden Verkehr profilieren zu können, investieren die ÖBB in eine Lokflotte, die auch international einsetzbar ist. So wurden 50 Taurus 3 (1216) Loks angeschafft; diese Mehrsystemlok kann in allen wichtigen Bahnstromsystemen Europas eingesetzt werden.
Im Güterverkehr will der ÖBB-Konzern bis zum Jahr 2010 in Ost- und Südosteuropa der führende Gesamtmobilitäts- und -logistikanbieter sein und über strategische Partnerschaften auch die hohen Marktanteile in Westeuropa trotz einer weiteren Wettbewerbsintensivierung verteidigen.
Qualitäts- und Kundenorientierung
Mittels zahlreicher konzernübergreifender Projekte soll eine Verbesserung der Kunden- und Prozessorientierung realisiert werden.
Ziel der kundenorientierten Projekte ist es, die Fahrpläne besser abzustimmen, Anschlussverbindungen zu garantieren und möglichst kurze Umsteigewege zwischen den unterschiedlichen Verkehrsträgern zu schaffen.
Konkret wird dazu bis 2012 das Fahrplanangebot für Schiene und ÖBB-Postbus stufenweise geändert, um einen integrierten Taktfahrplan für ganz Österreich zu erstellen.
Dabei wird auf die Abstimmung von Schiene und Bus besonderer Wert gelegt.
Weiteres zentrales Anliegen ist die Erhöhung der Ausstattungsqualität auf Bahnhöfen, wobei der Fokus auf der Verbesserung des Informationsangebotes und der Bahnhofsausstattung sowie auf Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und der Servicequalität für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste liegt.
Im Bereich Kundeninformation konnten mit dem Routenplaner „Scotty“, der eine Reise von Tür zu Tür anzeigen kann, neue Maßstäbe gesetzt werden.
Am Wiener Westbahnhof unterstützen seit dem Sommer 2007 Bahnsteigstewards Reisende mit Informationen zu Fahrplänen und Anschlussverbindungen direkt vor Ort.
Aufgrund der positiven Kundenresonanz wurde beschlossen, dieses Service schrittweise in ganz Österreich anzubieten.
In den Bahnhöfen Wien West, Wien Süd, Linz, Salzburg und Innsbruck sorgen zudem speziell geschulte ÖBB-MitarbeiterInnen in barrierefreien Infopoints für eine umfassende Information und Unterstützung der Kunden, beispielsweise bei der Bedienung der Fahrkartenautomaten.